Kondolenzratgeber

Tröstende Worte im Trauerfall

Viele Menschen hadern mit einer Beileidsbekundung, weil sie nicht sicher sind, ob sie die richtigen Worte finden werden. Für die Angehörigen ist es jedoch wichtig, Kondolenzgesten zu erhalten. Sie können zwar das Leid nicht mindern, aber Momente des Trosts spenden.

Das Kondolieren per E-Mail oder SMS ist grundsätzlich unangebracht. Ein Brief oder eine Karte, die persönlich ausgesucht wird, ist ein erster Schritt. Sie müssen keine Aufsätze schreiben. Einige ehrliche Worte, die von Herzen kommen, werden die Trauernden sicher erreichen. Denkbar ist auch die Verwendung eines passenden Zitats oder Gedichts. Wenn die Angehörigen religiös sind, können auch Zitate aus der Bibel verwendet werden.

Viele Menschen in der Trauer sind auch dankbar für konkrete Hilfsangebote, die sie entlasten, z. B. Unterstützung bei der Grabgestaltung, das Angebot von Kinder- oder Haustierbetreuung, Erledigung von Einkäufen oder die Begleitung zu Ämtern und Behörden.

 

Hier finden Sie einige Formulierungshilfen für ein Beileidsschreiben:

Kinderliteratur

Ein Trauerfall in der Familie sollte vor den Kindern nicht tabuisiert werden. Sie gehören zur Familie und sind von dem Verlust ebenso betroffen wie die Erwachsenen, und auch sie haben ein Recht auf ihre Trauer. Kindertrauer kann sich auf verschiedene Weise äußern, z. B. durch Wut, Rückzug oder Apathie.

Um die veränderte Situation für Kinder besser begreiflich zu machen, ist es wichtig, sie in die Abläufe der Beerdigung und der Trauerfeier zu integrieren. Unterstützen Sie Ihre Kinder, wenn sie Ideen entwickeln: eine persönliche Grabbeigabe für Opas Grab, Blümchen auf Omas Sarg legen, ein Bild malen oder ein Lied singen. Das wird ihnen Trost spenden.

Rituale geben der Familie Halt. Der regelmäßige Spaziergang zum Friedhof, das Anzünden einer Kerze, gemeinsam Fotos anschauen oder Bücher lesen können hilfreich sein, die Trauer gemeinsam zu bewältigen.

Kinder können begreifen, dass das Leben endlich ist, und vielleicht haben sie diese Erfahrung auch bereits mit dem Tod eines Haustieres gemacht. Vermeiden Sie Erklärungen, die zu Verunsicherungen führen können, wie z. B. „Oma macht jetzt eine lange Reise“.

Ausgewählte Bücher können in der Zeit der Trauer eine Stütze sein. In unserem Kapitel „Literatur“ finden Sie auch Buchtipps für trauernde Kinder.

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung ist eine Vorsorgemaßnahme für den Krankheitsfall. Sie dokumentiert Ihre eigenen Wünsche an die medizinische Behandlung, Nichtbehandlung oder auch Behandlungsbegrenzung angesichts einer aussichtslosen Erkrankung, insbesondere in der letzten Lebensphase. An diese Verfügung sind die behandelnden Ärzte gebunden und sie müssen die therapeutischen Maßnahmen entsprechend ausrichten.

Zur Klärung weiterer Einzelheiten und zur eigenen Absicherung empfehlen wir die Kontaktaufnahme zu einem Rechtsanwalt oder Notar.

Allgemeine Informationen zur Patientenverfügung finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz www.bmjv.de. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich wichtige Unterlagen per Download zu sichern.

 

Organspende

Mit einem Organspendeausweis können Sie festlegen, ob und in welchem Umfang Sie in Ihrem eigenen Todesfall einer Organspende zustimmen. Sie können auch bestimmen, dass nur bestimmte Organe entnommen werden sollen, oder sich ausdrücklich gegen eine Spende entscheiden.

Die Organspende ist eine sehr persönliche Entscheidung. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über das Thema.

Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Sie weitere Informationen. Hier können Sie sich auch direkt einen Organspenderausweis downloaden: www.organspende-info.de.

 

Erbrecht

Die Themen Erben und Vererben sind relativ komplex. Wir möchten Ihnen hier nur einen kleinen Überblick vermitteln. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Sie nicht beraten dürfen. Gerne empfehlen wir Ihnen Kontakte zu Rechtsanwälten und Notaren, die Ihnen mit juristischer Beratung zur Seite stehen.

Die Erbfolge per Gesetz

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist die gesetzliche Erbfolge eindeutig geregelt. Zunächst haben die „Erben erster Ordnung“ neben dem Ehepartner Anspruch auf den Nachlass eines Verstorbenen. Zu diesen zählen die eigenen Kinder und Kindeskinder. Im Anschluss daran sind weitere Angehörige erbberechtigt, also beispielsweise Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen.

Sollten diese Regelungen nicht ausreichen oder durchbrochen werden, etwa um einem guten Vertrauten ein Erbe zukommen zu lassen oder die Erbschaftssteuer zu berücksichtigen, wird das Verfassen eines Testaments oder Erbvertrages notwendig.

Weitere Informationen und entsprechende Downloads finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz unter http://www.bmjv.de.

Download: Erben und Vererben (*.pdf)

Das Testament

Die Regelung des Nachlasses nach Wunsch

Wenn der Erblasser im Trauerfall sein Vermögen nach seinen persönlichen Vorstellungen vererben möchte, empfiehlt sich die Erstellung eines Testaments. Dieses ist verbindlich und setzt die gesetzliche Erbfolge außer Kraft.

Für die Rechtsgültigkeit eines Testaments sind einige Regeln zu beachten:

  • Der Verfasser muss volljährig und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein.
  • Das Dokument muss eigenhändig und handschriftlich verfasst werden.
  • Das Testament muss mit dem vollen Namenszug und einer Datums- und Ortsangabe unterschrieben werden.

Durch das Testament können Unklarheiten bezüglich der Hinterlassenschaften vermieden werden. Sicherheitshalber sollten Sie Ihr Testament an einem Ort verwahren, der Ihren engsten Angehörigen bekannt ist. Sie können das Dokument auch zusammen mit Ihren Unterlagen zur Bestattungsvorsorge in unserem Hause aufbewahren.

 

Bitte beachten Sie:

In allen Fragen rund um das Erbrecht empfehlen wir zwecks Beratung die Kontaktaufnahme zu einem Rechtsanwalt oder Notar.

Die Beratung zur Gestaltung von Testamenten stellt grundsätzlich eine Rechtsdienstleistung nach § 2 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) dar. Wir stellen aus diesem Grund ausdrücklich klar, dass dieser Ratgeber lediglich weitergehende Beratungsmöglichkeiten aufzeigen möchte. Es handelt sich jedenfalls nicht um eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls und somit nicht um eine Rechtsberatung.

Literatur

In der Literatur gibt es zahlreiche Titel, die sich mit den Themen Abschied, Tod, Trauer und Gedenken auseinandersetzen. Für die Trauerbewältigung kann es sehr hilfreich sein zu lesen, wie andere Menschen Trauer erfahren. Bücher können Trost  spenden und kleine Lichtblicke setzen.

Außerdem gibt es für Kinder zahlreiche Werke, die sich mit den Themen Endlichkeit und Abschied altersgerecht beschäftigen. Hierzu gehören auch Bilderbücher.

Wir möchten Ihnen hier einige Bücher vorstellen:

 

 

  • Das erste Trauerjahr
    Eva Terhorst
    Verlag Herder GmbH
    ISBN: 3451613689
  • Damit aus meiner Trauer Liebe wird: Neue Wege der Trauerarbeit
    Roland Kachler
    Kreuz Verlag
    ISBN: 3783129338
  • Solange ihr mich liebt: Texte und Gedichte zum Abschied
    Jochen Jülicher
    Verlag Echter
    ISBN: 3429026717
  • Niemals geht man so ganz: Ein Buch voller Erinnerungen
    Mechthild Schroeter-Rupieper
    Patmos Verlag
    ISBN: 3843602255
  • Warum gerade du? Persönliche Antworten auf die großen Fragen der Trauer
    Barbara Pachl-Eberhart
    Verlag Integral
    ISBN: 3778732539

Trauerliteratur für Kinder:

  • Papa in den Wolken-Bergen
    Sigrun Eder
    Verlag edition riedenburg
    ISBN: 3902943017
    (für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren)
  • Abschied von der kleinen Raupe
    Heike Saalfrank
    Verlag Echter
    ISBN: 3429019958
    (für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren)
  • Der Besuch vom kleinen Tod
    Kitty Crowther
    Verlag Aladin
    ISBN: 384890019X
    (für Kinder ab 5 Jahren)